Umzug und Mietvertrag sind zwei getrennte Aufgaben
Wenn ein Mieter ins Pflegeheim zieht, endet sein Mietvertrag nicht automatisch. Die Wohnung muss deshalb nicht sofort von den Angehörigen geräumt werden. Zuerst ist zu klären, was der Mieter möchte und wer wirksam für ihn handeln darf. Danach lassen sich Kündigung, Finanzierung, Räumung und Übergabe aufeinander abstimmen.
Kinder und andere Angehörige werden durch Verwandtschaft allein weder zu Vertretern noch zu Vertragspartnern des Räumungsunternehmens. Auch die laufende Miete geht nicht automatisch auf sie über. Der Mieter lebt, deshalb sind Regeln über Erben hier nicht der richtige Ausgangspunkt. Bei unklarer Vertretung oder einem Streit über die Wohnung ist individuelle rechtliche Beratung nötig.
Ein Entscheidungsweg in vier Schritten
- Wünsche und Befugnisse klären: Kann der Mieter selbst entscheiden? Gibt es eine passende Vollmacht oder einen rechtlichen Betreuer mit dem erforderlichen Aufgabenbereich?
- Mietverhältnis prüfen: Wer steht im Vertrag, wann kann es enden und kommt eine frühere einvernehmliche Aufhebung infrage?
- Finanzierung klären: Laufende Miete, Heimkosten und Räumung getrennt erfassen. Wird Unterstützung benötigt, vor einer Beauftragung die zuständige Stelle einbeziehen.
- Räumung vorbereiten: Festhalten, was mit ins Heim kommt, was aufbewahrt wird und was entfernt werden darf. Anschließend Leistungsumfang, Termin und Übergabe vereinbaren.
Der Einzug ins Pflegeheim und die Rückgabe der bisherigen Wohnung können an unterschiedlichen Tagen stattfinden. Planen Sie daher nicht nur einen Räumungstermin. Auch die wirksame Vertragsbeendigung und gegebenenfalls erforderliche gerichtliche Schritte müssen rechtzeitig geklärt sein.
Wer darf kündigen und eine Wohnungsauflösung beauftragen?
Der Mieter selbst oder eine bevollmächtigte Person
Kann der Mieter die jeweilige Entscheidung wirksam treffen, entscheidet er selbst über seine Wohnung und seinen Hausrat. Pflegebedürftigkeit bedeutet nicht automatisch Geschäftsunfähigkeit. Angehörige können bei Gesprächen, Unterlagen und der Organisation unterstützen, ohne die Entscheidung an sich zu ziehen.
Eine private Vollmacht kann zur Vertretung berechtigen. Entscheidend ist ihr tatsächlicher Umfang: Deckt sie die Kündigung, den Räumungsauftrag und den Umgang mit dem Eigentum ab? Die Bezeichnung „Vorsorgevollmacht“ allein beantwortet das nicht. Fehlt eine passende Befugnis, dürfen Angehörige nicht allein aufgrund ihrer Verwandtschaft kündigen, Möbel verkaufen oder Gegenstände entsorgen.

Rechtliche Betreuung und § 1833 BGB
Ein rechtlicher Betreuer wird vom Betreuungsgericht bestellt. Sein Aufgabenbereich muss die betreffende Angelegenheit umfassen. Für die Aufgabe selbst genutzten Wohnraums enthält § 1833 BGB besondere Regeln:
- Absatz 1 bindet die Aufgabe des Wohnraums an die Vorgaben des § 1821 Absatz 2 bis 4 BGB. Dabei sind die Wünsche der betreuten Person und die gesetzlichen Grenzen ihrer Umsetzung maßgeblich. Die Vorstellungen der Angehörigen ersetzen diese Prüfung nicht.
- Nach Absatz 2 muss der Betreuer die beabsichtigte Aufgabe unverzüglich dem Betreuungsgericht anzeigen. Dazu gehören die Gründe und die Sichtweise der betreuten Person. Die Vorschrift erfasst unter den genannten Voraussetzungen auch eine aus anderen Gründen absehbare Wohnungsaufgabe.
- Nach Absatz 3 braucht der Betreuer für die Kündigung oder eine auf die Mietaufhebung gerichtete Erklärung die Genehmigung des Betreuungsgerichts. Die Anzeige allein genügt dafür nicht.
Die Genehmigungspflicht nach § 1833 Absatz 3 BGB gilt für rechtliche Betreuer, nicht pauschal für private Bevollmächtigte. Private Vollmacht und gerichtliche Betreuung sind unterschiedliche Grundlagen. Bei Unsicherheit sollten Befugnisse und notwendige Schritte vor einer Erklärung gegenüber dem Vermieter geprüft werden.
Welche Kündigungsfrist gilt beim Umzug ins Pflegeheim?
Für die gewöhnliche ordentliche Kündigung gilt nach § 573c Absatz 1 BGB: Die Kündigung ist spätestens am dritten Werktag eines Kalendermonats zum Ablauf des übernächsten Monats zulässig. Daher wird häufig von einer dreimonatigen Kündigungsfrist gesprochen. Der konkrete Beendigungstermin hängt unter anderem vom Zugang der Kündigung und dem Mietverhältnis ab.
Ein Heimeinzug allein schafft kein allgemeines Sonderkündigungsrecht. Eine frühere Vertragsbeendigung kann mit dem Vermieter vereinbart werden, setzt aber dessen Zustimmung voraus. Bei einer Erklärung durch einen rechtlichen Betreuer ist zusätzlich die gerichtliche Genehmigung zu beachten.
Die Kündigung bedarf nach § 568 BGB der Schriftform. Eine gewöhnliche E-Mail oder WhatsApp-Nachricht genügt nicht. Dokumentieren Sie den Zugang und halten Sie den vereinbarten Übergabetermin getrennt fest. Eine frühe Schlüsselabgabe beendet für sich genommen nicht die Mietzahlungspflicht.
Räumungskosten, laufende Miete und Heimkosten trennen
| Kostenblock | Was zu klären ist |
|---|---|
| Wohnungsauflösung | Wer wird Vertragspartner des Räumungsunternehmens, welche Leistungen werden beauftragt und welcher Preis ist vereinbart? |
| Laufende Wohnungsmiete | Wann endet das Mietverhältnis wirksam und welche Zahlungen fallen bis dahin an? |
| Heimkosten und Pflegeleistungen | Welche Kosten ergeben sich aus der Unterbringung und welche Leistungen kommen im persönlichen Fall infrage? |
Wer einen Räumungsauftrag im eigenen Namen erteilt, kann selbst zahlungspflichtiger Vertragspartner werden. Wer wirksam im Namen des Mieters handelt, beauftragt dagegen für diesen. Halten Sie deshalb Auftraggeber und Vertretung eindeutig fest. Auch eigene Verpflichtungen eines Angehörigen, etwa als Mitmieter, sind von der bloßen Verwandtschaft zu unterscheiden.
Die Kosten der Wohnungsauflösung richten sich nach dem vereinbarten Umfang, dem Hausrat und dem Zugang. Ein schriftliches Angebot zeigt, welche Arbeiten enthalten sind. Es ist noch keine Zusage eines Sozialleistungsträgers, diese Rechnung zu bezahlen.
Kann das Sozialamt Kosten übernehmen?
Reichen die finanziellen Mittel nicht aus, stellen Sie vor der Beauftragung beim zuständigen Sozialamt einen Antrag auf Kostenübernahme. Legen Sie einen Kostenvoranschlag oder ein schriftliches Angebot mit den einzelnen Räumungsleistungen vor. Zur Prüfung benötigt das Sozialamt Nachweise über Einkommen und Vermögen sowie zur Notwendigkeit des Umzugs und zu den beantragten Kosten. Erfragen Sie, welche Unterlagen und wie viele Vergleichsangebote im konkreten Fall erforderlich sind. Das Sozialamt prüft den Antrag individuell, die Einreichung allein ist noch keine Bewilligung.
§ 35 SGB XII betrifft Bedarfe für Unterkunft und Heizung. § 35a Absatz 2 SGB XII nennt unter anderem die mögliche Übernahme von Umzugskosten bei vorheriger Zustimmung. Daraus folgt kein automatischer Anspruch auf Bezahlung jeder Entrümpelung. Lassen Sie ausdrücklich klären, ob die konkret angebotenen Räumungsarbeiten anerkannt werden.
Auch die bisherige Miete wird nicht pauschal für drei Monate übernommen. Eine Anerkennung parallel anfallender Mietkosten kommt nur unter den jeweiligen Voraussetzungen im Einzelfall in Betracht. Dabei sind unter anderem Hilfebedürftigkeit, die Notwendigkeit des Heimumzugs und Möglichkeiten zur Kostenminderung zu prüfen. Dokumentieren Sie etwa eine rechtzeitig veranlasste Kündigung und Gespräche über eine frühere Mietaufhebung.
Klären Sie die Finanzierung anhand des schriftlichen Räumungsangebots vor der Beauftragung. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten einer Wohnungsauflösung nicht pauschal. Ein Pflegegrad oder der Einzug ins Pflegeheim allein begründet keinen Anspruch auf Bezahlung der Räumung. Lassen Sie mögliche Pflegeleistungen getrennt vom Antrag beim Sozialamt prüfen.
Was kommt mit ins Heim und was passiert mit dem Hausrat?

Klären Sie vor einer endgültigen Haushaltsauflösung mit dem Mieter oder einer dazu befugten Person, ob der Heimaufenthalt dauerhaft geplant ist oder eine Rückkehr in die Wohnung infrage kommt. Das ist etwa bei einer Kurzzeitpflege wichtig.
Besprechen Sie mit der betroffenen Person und der Einrichtung, welche Kleidung, Fotos, Erinnerungsstücke und Möbel mitgenommen werden können. Planen Sie Zeit ein, um Fotos, Briefe und andere persönliche Erinnerungen gemeinsam zu sortieren. Familie und Freunde können dabei freiwillig helfen, sobald geklärt ist, wer entscheiden darf und welche Unterstützung gewünscht ist. Halten Sie anschließend fest, was aufbewahrt, weitergegeben, für einen Verkauf geprüft oder entsorgt werden soll. Bei ungeklärten Stücken sollte zunächst keine Entsorgung beauftragt werden.
Sichern Sie Ausweise, Verträge, persönliche Unterlagen, Bargeld und Schmuck. Notieren Sie, wer diese Dinge erhält. Das gilt auch für geliehene Gegenstände und anderes Eigentum Dritter. Eine Liste und eindeutige Markierungen helfen, ohne dass Angehörige vorab schwere Möbel bewegen oder den gesamten Haushalt in Kisten sortieren müssen.
Verkauf, Spende und Wertanrechnung setzen eine entsprechende Befugnis voraus. Eine Wertanrechnung wird nur für konkret geprüfte Gegenstände und nach Vereinbarung berücksichtigt. Gut erhaltene Möbel allein begründen weder eine Ankaufzusage noch eine kostenlose Räumung.
Was kann ein Räumungsunternehmen übernehmen?
Die Rümpelmannschaft übernimmt die schriftlich vereinbarten Räumungsarbeiten, etwa Sortierung nach Absprache, Tragen, vereinbarte Demontagen, Abtransport, Entsorgung und besenreine Übergabe. Die Entscheidung über die Wohnung und fremdes Eigentum bleibt bei den dazu berechtigten Personen. Eine rechtliche Vertretung ist nicht Teil des Räumungsauftrags.
Ein dokumentierter Einsatz ist die Wohnungsentrümpelung in Köln-Kalk nach einem Einzug ins Pflegeheim. Am 3. September 2026 räumten vier Mitarbeiter die 30 m² große Wohnung und den Balkon an einem Tag. Zum Auftrag gehörten auch das Ausräumen und der Abbau der Küche. Der Bericht zeigt die tatsächlichen Arbeiten und die besenreine Übergabe.
Wenn auch Möbel und persönliche Dinge zur neuen Unterkunft gebracht werden sollen, finden Sie Informationen zum Seniorenumzug. Den Umfang einer Wohnungsauflösung besprechen wir bei einer kostenlosen Besichtigung. Fotos helfen zur Vorbereitung. Danach erhalten Sie ein schriftliches Festpreisangebot. Einzelne Preisfaktoren erklärt der Ratgeber zu Entrümpelungskosten, beim Abgleich vorhandener Angebote hilft der Angebotsvergleich.
Checkliste vor der Wohnungsauflösung
- Wünsche und Vertretung: Entscheidungen mit dem Mieter besprechen, Vollmacht oder gerichtlichen Aufgabenbereich prüfen und eine verantwortliche Kontaktperson benennen.
- Mietvertrag und Fristen: Kündigungsmöglichkeiten, Schriftform und Zugang klären. Eine frühere Aufhebung nur als tatsächlich vereinbarte Lösung einplanen.
- Gerichtliche Schritte: Bei rechtlicher Betreuung Anzeige und erforderliche Genehmigung nach § 1833 BGB rechtzeitig veranlassen.
- Finanzierung: Schriftliches Angebot einholen und eine gegebenenfalls benötigte Zustimmung des Sozialamts vor der Beauftragung klären.
- Persönliche Dinge und Umfang: Unterlagen und Wertsachen sichern, Empfänger festhalten und zu räumende Räume sowie Demontagen und verbleibende Gegenstände benennen.
- Übergabe: Termin mit dem Vermieter abstimmen, Zustand und Zählerstände dokumentieren, Schlüssel erfassen und Absprachen in einem Übergabeprotokoll festhalten.
Richten Sie mit entsprechender Befugnis rechtzeitig einen Nachsendeauftrag für die Post ein und teilen Sie wichtigen Absendern die neue Anschrift mit. Prüfen Sie Versorgungsverträge und Abonnements einzeln. Nicht jeder Vertrag sollte zum Tag des Heimeinzugs beendet werden. Bevor Sie Renovierungsarbeiten zusagen, lassen Sie klären, welche Pflichten aus dem Mietvertrag tatsächlich bestehen. Besenreine Räumung und Renovierung sind unterschiedliche Leistungen.
Häufige Fragen zum Pflegeheim und zur Wohnungsräumung
Endet der Mietvertrag mit dem Heimeinzug?
Nein. Das Mietverhältnis muss wirksam beendet werden, etwa durch Kündigung zum maßgeblichen Termin oder durch eine Vereinbarung mit dem Vermieter. Der Auszug allein beendet die Mietzahlungspflicht nicht.
Müssen Kinder die Wohnung ihrer Eltern räumen?
Aus der Verwandtschaft allein folgt weder eine Pflicht zur persönlichen Räumung noch eine Befugnis, über den Hausrat zu entscheiden. Kinder können mit entsprechender Beauftragung oder Vertretungsbefugnis helfen. Eigene vertragliche Verpflichtungen sind gesondert zu prüfen.
Darf ich als Angehöriger ohne Vollmacht kündigen?
Nicht allein aufgrund der Verwandtschaft. Sie benötigen eine passende Vertretungsbefugnis, beispielsweise als rechtlicher Betreuer im erforderlichen Aufgabenbereich. Kann der Mieter selbst wirksam kündigen, bleibt ihm diese Entscheidung möglich.
Was unterscheidet Betreuer und Bevollmächtigten bei der Kündigung?
Ein Bevollmächtigter handelt im Rahmen einer privaten Vollmacht. Ein rechtlicher Betreuer handelt aufgrund gerichtlicher Bestellung und benötigt für die Kündigung selbst genutzten Wohnraums die Genehmigung nach § 1833 Absatz 3 BGB. Diese Genehmigungspflicht lässt sich nicht pauschal auf private Vollmachten übertragen.
Wer bezahlt die Wohnungsauflösung bei Heimunterbringung?
Maßgeblich ist, wer Vertragspartner des Räumungsunternehmens wird. Bei wirksamer Beauftragung im Namen des Mieters ist das der Mieter, bei einem Auftrag im eigenen Namen kann es der Angehörige sein. Eine mögliche Sozialhilfe muss getrennt geprüft werden.
Was ist, wenn Miete und Heimkosten gleichzeitig anfallen?
Klären Sie den frühestmöglichen wirksamen Beendigungstermin und fragen Sie nach einer einvernehmlichen früheren Aufhebung. Bei finanzieller Hilfebedürftigkeit kann die zuständige Stelle prüfen, ob unvermeidbare Mietkosten anerkannt werden. Eine automatische Dreimonatszusage gibt es nicht.
Muss das Sozialamt vor dem Räumungsauftrag zustimmen?
Wenn Sie eine Kostenübernahme benötigen, klären Sie diese vor der Beauftragung. § 35a Absatz 2 SGB XII sieht für die dort genannten Umzugskosten eine vorherige Zustimmung vor. Lassen Sie ausdrücklich prüfen, ob und welche Räumungsleistungen in Ihrem Fall darunterfallen.
Kann ein Unternehmen auch nur einen Teil der Wohnung räumen?
Ja, der Auftrag kann auf bestimmte Räume oder Gegenstände begrenzt werden. Halten Sie eindeutig fest, was bleibt und was entfernt werden darf. Das hilft auch, wenn persönliche Dinge erst später abgeholt werden.
Wie bleiben Erinnerungsstücke bei der Räumung erhalten?
Besprechen Sie die Auswahl möglichst mit der betroffenen Person und dokumentieren Sie, was aufbewahrt werden soll. Markieren Sie diese Gegenstände und benennen Sie die Person, die sie erhält. Ungeklärte Stücke sollten nicht vorschnell zur Entsorgung freigegeben werden.
Wer muss renovieren und was gilt, wenn die Wohnung noch nicht zurückgegeben ist?
Der Heimeinzug allein begründet keine pauschale Renovierungspflicht, auch nicht für Angehörige. Normale Abnutzung ist von Schäden und wirksam vereinbarten Schönheitsreparaturen zu unterscheiden. Lassen Sie anhand des tatsächlichen Mietvertrags und des Wohnungszustands individuell klären, welche Pflichten bestehen. Besenrein bedeutet nicht renoviert. Nach Ende des Mietverhältnisses besteht die Pflicht zur Rückgabe. Bei Streit oder ausstehender Rückgabe sollten Sie rechtlichen Rat zum weiteren Vorgehen einholen, denn ein Räumungsauftrag ersetzt diese Klärung nicht.
Den vereinbarten Räumungsumfang frühzeitig klären
Wenn Vertretung und gewünschter Umfang geklärt sind, können Sie die Besichtigung vorbereiten. Unsere Zentrale erreichen Sie per E-Mail an anfragen@ruempelmannschaft.de oder über WhatsApp. Nennen Sie den Ort, die betroffenen Räume und bekannte Fristen. Den konkreten Leistungsumfang halten wir anschließend im schriftlichen Angebot fest.